Jody ist ziemlich clever für eine Sechzehnjährige. Und nur deshalb ist sie noch am Leben – zumindest bis jetzt. Sie ist zu Besuch bei ihrer Freundin Evelyn, als eine Bande junger Killer das Haus stürmt und ein Massaker anrichtet.
Evelyn selbst wird auf einem Speer aufgespießt, und nur Jody und Evelyns jüngerer Bruder Andy gelingt die Flucht. Doch einer der Mörder hat sie gesehen – die Jagd ist eröffnet…

Die Jagd von Richard Laymon

Verlag: Heyne Hardcore
Jahr: 2009
Seiten: 528
ISBN: 978-3-453-67542-1

Die Story von „Die Jagd“ ist wieder so geistreich, wie man es von Laymon erwartet. Jody übernachtet bei einer Freundin, als das Haus von einer Gruppe verrückter Killer gestürmt wird. Um die Verrücktheit der Killer zu unterstreichen, bekleidet Laymon diese mit nichts als einem Rock aus Menschenhaut – nun gut. Jodys Freundin wird von den Killern mit einem Speer aufgespießt (ich glaube aufgrund der Handlichkeit sind Speere als Waffe bei Überfällen eigentlich eher out…), die Eltern dahin gemeuchelt und nur Jody und der 12 jährige Andy können dem Morden entkommen.
Hierbei zeigt sich, dass Jody vielleicht über eine Batter-Karriere in der MLB nachdenken sollte, denn einer der Killer darf nach einem beherzten Baseballschlägerschlag das Geschehen aus dem Jenseits betrachten. Da den Killern Zeugen etwas ungelegen kommen, bekommt Simon, einer der Killer, die Aufgabe, Jody und Andy zu finden und zu beseitigen.

Soweit der Anfang des Buches, der Laymon-typisch jetzt nicht gerade vor Tiefgang, Realismus oder sprachlicher Eloquenz strotzt. Allerdings bekommt man das, was man von Laymon erwartet: Simple, kurze Sätze, hohes Tempo, einiges an Gewalt und teils dämliche Verhaltensweisen der Akteure. Den Rest des Buches teilt Laymon in zwei Erzählperspektiven auf: die Geschichte von Jody und Andy und die Geschichte aus Simons Sicht in Form einer Audio-Tagebuch-Erzählung.
Hier ist der Strang um Andy und Jody der eindeutig schlechtere, hier passiert nur wenig bis nichts und man beginnt sich fast zu langweilen. Dazu nervt noch der 12 jährige Andy, der natürlich total in Jody verliebt ist, mit einem Verhalten, dass dem eines hoffnungslos pubertierenden Teenagers in nichts nachsteht. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 12 Jahren langen in meiner Interessenhitliste doch noch viele Dinge vor dem anderen Geschlecht.

Eher den Erwartungen entspricht der Strang um Simon. Dieser befasst sich mit der Jagd auf Jody und Andy, erzählt aber auch, wie sich die Killergruppe gefunden hat und was diese in der Vergangenheit noch so alles getrieben haben. Simon ist hier der typische verrückte Laymon-Killer. Die Morde in der der Vergangenheit wurden natürlich größtenteils total nackt verübt und Simon nutzt auch mal den Skalp eines seiner Opfers als Perücke – um sich als Simone zu verkleiden.

Zum Ende hin würzt Laymon die Story wieder mit etwas Blut, Sex und Gedärmen – soviel, wie man aufgrund der eher harmloseren vorhergegangenen Seiten, eigentlich gar nicht mehr erwartet hat.

Alles in allem fand ich Die Jagd allerdings nicht wirklich gut. Zu zäh der Erzählstrang um Jody und Andy, und auch Simons Geschichte hat die ein oder andere Länge.
Vielleicht stellt sich bei mir aber auch eine gewisse Laymon-Müdigkeit ein, denn eines ist klar: Irgendwie ähneln sich Laymons Romane alle. Blut, Sex, Gewalt, Höschen, Brüste, dämliche Charaktere und simple Sprache – ein Laymon halt. Irgendwann wird es dann aber doch langweilig…

Richard Laymon - Die Jagd

9.95 €
Richard Laymon - Die Jagd
4.5

Meine Wertung

4.5 /10

Gut

  • ein Laymon: Sex & Gewalt

Nicht so gut

  • ein Laymon: Sex & Gewalt (aber nur wenig mehr)
  • teils öde Erzählstränge
  • Andy nervt