Read By Tharos

David Wong – Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker

David und John wohnen am Arsch der Hölle, in einer Stadt, die nicht nur völlig abgefuckt ist, sondern heimgesucht wird. Alles beginnt damit, dass David aufwacht, weil er von einer riesigen Spinne angefallen wird. Das Monster läutet eine Zombie-Spinnen-Apokalypse ungeahnten Ausmaßes ein und schon bald ist die ganze Stadt verseucht. Das Perfide: Nur John und er können die Biester sehen: Für alle anderen sind sie unsichtbar. Sie glauben an einen Anschlag, daran, dass ein biologischer Kampfstoff freigesetzt worden ist, der hoch ansteckend ist und dazu führt, dass die Infizierten verrückt werden und am lebendigen Leibe verfaulen. Die Regierung riegelt die Stadt ab. Internierungslager entstehen. David und John haben nicht viel Zeit, die Welt zu retten und sich gegen die dunkle Macht zu stellen, die das alles zu verantworten hat.

Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker von David Wong

Verlag: Metrolit Verlag
Jahr: 2014
Seiten: 416
ISBN: 978-3-8493-0076-0

Bei so einem Titel musste ich einfach zugreifen… obwohl ich zugeben muss, das der englische Originaltitel “This Book Is Full Of Spiders” irgendwie noch besser passt. Titel und Cover versprechen durchaus einen spaßigen Horror-Thrash. Da es sich bei “David Wong” übrigens um das Pseudonym von Jason Parig, dem Chefredakteur der Webseite cracked.com, handelt, kann man etwas Humor also durchaus erwarten. Allerdings kann das Buch am Ende die Erwartungen doch leider nicht so ganz erfüllen.

Von Spinnen, Zombies und Truthähnen

Das Buch beginnt ziemlich gut und witzig und spart auch nicht mit Nerd-Humor (was ja total mein Ding ist). Das Auftreten der Monster, das erste Gemetzel, der “Truthanzombie” – alles wird mit einer gehörigen Prise Humor und einem gewissen drive präsentiert. David und John haben mich beim Lesen total an das Duo Shaun und Ed aus dem Film “Shaun of the Dead” erinnert – so ähnlich tapsen die zwei nämlich auch im Buch durch die Geschichte.

Leider kann das Buch diesen Stil, das Tempo und den Witz nicht halten. Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto uninspirierter und gekünstelter wirkt das Ganze. Auch der Humor bleibt, bis auf wenige Ausnahmen, ziemlich auf der Strecke. Stattdessen versuch das Buch gefühlt etwas ernster zu wirken – was bei solch einer arg haarsträubenden Geschichte ja eigentlich per se schon zum Scheitern verurteilt ist. Ach ja: zu zart besaitet darf man auch hier nicht sein. Brutalität steht zwar nicht im Vordergrund, doch einen gewissen Grad an Gore ist auch hier nicht von der Hand zu weisen.

Auch die Tatsache, dass sich in der Mitte des Buches das Geschehen in mehrere verschiedene Stränge aufteilt, die teils in der Zeit vor und zurück springen, empfand ich als eher unglücklich. Diese Aufteilung ist wohl auch einer der Gründe warum es mit dem Humor bergab geht – nachdem John und David getrennte Stränge abarbeiten, fehlt die Möglichkeit dass die zwei sich die Bälle zuwerfen können. Dieses Duo hätte man der Unterhaltung wegen einfach das ganze Buch über zusammen lassen sollen.

Für das Gebotene ist das Buch stellenweise auch zu lang geraten. Einige der Rückblenden, in denen dann eine andere Person ihren Strang weiterspinnen darf, hätte man sich durchaus schenken können. Da Rückblende, weiß man eh wo das Erzählte hinführt und ich habe mich deshalb doch das ein oder andere mal zum Querlesen einer Seite verleiten lassen, weil einfach zu wenig Neues passiert ist. So war ich letzten Endes fast froh, als ich dann endlich am herzergreifenden Finale angekommen war 😉

Der Schluss versöhnt

Nachdem man das Ende erreicht hat schafft Wong (bzw. Parig) aber etwas seltenes: Durch den Epilog hat er bei mir einiges wieder gutgemacht. Der Epilog schließt das Buch wunderbar ab und schafft es sogar, dem ganzen sinnlosen im Buch so etwas ähnliches wie einen Sinn zu geben. Auch kommt hier endlich wieder etwas vom Humor des Anfangs durch. Warum nicht das ganze Buch über so? Zumindest sorgt der Epilog dafür, dass man das Buch dann doch noch mit einem versöhnlichen Gedanken und einer gewissen Zufriedenheit zuschlägt.

Fängt gut und unterhaltsam an – baut dann aber leider arg ab. Der Epilog hat mich zwar beim Zuklappen versöhnt, kann aber nicht über die schwachen, zu langen Mittelteil hinwegtäuschen. Schade – hier hätte man mehr drauf machen können.

 

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